Leseproben – Videos

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Die ersten Anfälle

Es passierte in der Nachbarschaft, an der Mauer einer Garage, die gerade gebaut wurde. Hier legte ich auf meinem Schulweg die Brille ab, denn diese durfte keinesfalls beschädigt werden, sonst hätte es Schläge gesetzt. Ich wusste mit meinen zwölf Jahren nicht, was auf einmal mit mir los war. Ich konnte es nicht deuten. Dass es sich dabei um meinen allerersten Anfall handelte, wurde mir erst später klar.

 

Endlich zum Hausarzt

Als die Abstände zwischen den Anfällen immer geringer wurden, entschied meine Mama noch vor Ausbildungsbeginn: “Jetzt gehen wir mal zum Arzt.” Inzwischen war ich 15 Jahre alt. Der Hausarzt maß den Blutdruck und verschrieb mir gegen meinen zu niedrigen Medikamente. Bessern tat sich dadurch allerdings nichts. Bei meinem nächsten Besuch meinte er: “Dann müssen wir noch mehr Blutdrucktabletten nehmen.” Aber wieder änderte sich nichts. Im Gegenteil, die Anfälle wurden immer häufiger.

 

Zweite Kopfoperation

Auf die Frage: “Erst die Ausbildung abschließen oder sofort operieren?” gab es für mich nur eine Antwort: “Baldmöglichst operieren.” Mein Fachbereichsleiter in Rummelsberg legte mir mehr oder weniger nahe, die Ausbildung zu unterbrechen, um mich nach der OP, die kein einfacher Eingriff sein würde, richtig zu Erholen. Den Stoff des dritten Lehrjahrs könnte ich sowieso nicht mehr nachholen.

Das tat ich dann auch – und fing nie wieder an: Die Unterbrechung war ein Abbruch. Nach zweieinhalb Jahren verließ ich das Berufsbildungswerk Rummelsberg, habe es später jedoch stets bereut, diese Ausbildung nicht fortgesetzt zu haben.

 

Eine komplett neue Welt

Ich war immer viel zu Fuß unterwegs. Aber anfangs ging auch das nicht mehr. Stück für Stück musste ich mich vorantasten. Ich nahm mir vor, immer 500 Meter weiter als beim letzten Mal zu gehen. So erweiterte ich meinen Radius und baute mich auch körperlich wieder auf. Das Ziel erreichte ich zwar immer, obwohl die Erinnerung an den Weg vollkommen ausgelöscht war. Gott sei Dank kannte ich mich zu Hause aus. Aber ich musste mich unheimlich auf die Strecke konzentrieren. Ich habe wirklich nur auf den Weg gestarrt und alle markanten Punkte vor mich hin gesprochen, wo ich gerade war und wohin ich wollte. sonst hätte ich anschließend nicht nachvollziehen können, wie ich an die entsprechende Stelle gekommen war. Einmal fand ich zum Beispiel den Ausgang aus der CD-Abteilung eines Kaufhauses nicht.

 

Mein heutiges Leben

Bald merkte ich, wie ich immer selbstständiger wurde und wie stark ich bisher von ihr manipuliert worden war. Unbewusst hatte ich meistens ihre Meinung vertreten, obwohl sie selten mit meiner eigenen übereinstimmte. Grundsätzlich war immer ich an allem schuld gewesen. Sie beherrschte es, sich ins rechte Licht zu rücken und mich den Bösen sein zu lassen. Am Schluss glaubte ich es selbst noch. Endlich wurde ich nun wieder ein freier Mensch und dabei auch innerlich ruhiger. Bekannte und Freunde sagten zu mir: “Jetzt bist du wieder der, der du vor deiner Ehe warst. So kennen wir dich.”

Videos aus meinen Lesungen

Hier stelle ich Ausschnitte meiner Lesungen bereit, damit Sie einen persönlichen Eindruck von mir gewinnen können.

Lesung in Rummelsberg